Presseberichte


Rhein-Lahn-Zeitung, 22. April 2017:

Finanzspritze als Anschub für die Jugendarbeit

Spende Leifheit-Stiftung unterstützt die Lahn Sin(n)fonie Nassau mit 5000 Euro

Von unserem Mitarbeiter Bernd-Christoph Matern

Nassau. Mit 5000 Euro unterstützt die G.-und-I.-Leifheit-Stiftung die Lahn Sin(n)fonie Nassau. Dr. Josef Peter Mertes überreichte im Namen des Stiftungsvorstandes den Bewilligungsbescheid an Sonja Siere, die Vorsitzende des Blasorchesters. Gleich mehrfach entspreche die Arbeit der Sinfonie den Stiftungszielen, so Mertes: indem sie zur Bildung junger Menschen beitrage und sich zu einer festen Größe und einem echten Schatz im kulturellen Leben der Stadt Nassau und der ganzen Region entwickelt habe.

Diese Finanzspritze kann die Lahn Sin(n)fonie gut gebrauchen, wie Siere bei der Spendenübergabe erklärte. Gerade auf die Ausbildung von fast 30 Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen 11 und 16 Jahren, die jetzt Michael Dorp übernommen hat, ist die Sinfonie sehr stolz. Das Hauptorchester wird von Kay Gutjahr dirigiert. Insgesamt 53 Musiker umfasst das 2011 gegründete Gesamtorchester. Diese sorgen mit Querflöte, Klarinette, Oboe, Saxofon, Fagott, Trompete, Posaune und Tuba sowie an Euphonium, E-Bass und Klavier für den einzigartigen sinfonischen Klang, den der Dirigent dem Orchester bei seinen zahlreichen Auftritten mit und ohne Gesangssolisten immer wieder entlockt.

Instrumente sind ein Kostenfaktor

Neben dem Kauf des Notenmaterials ist die Anschaffung und Instandhaltung der Instrumente ein großer Kostenfaktor. „Ein Grundstock für Reparaturen muss immer vorhanden sein“, erläutert die Vorsitzende. Zurzeit erneuert das Orchester etwa seine Schlagzeug- und Percussion-Elemente.

Daneben investiert der Verein gern in die Fortbildung seiner musizierenden Mitglieder. „Wir ermöglichen beispielsweise immer wieder die Teilnahme an thematischen Lehrgängen oder laden auch gern externe Dozenten zu uns ein, um neue Tipps und Anregungen fürs gemeinsame Spiel zu bekommen“, erzählt Siere. Das Günter-Leifheit-Kulturhaus, in dem die Spende überreicht wurde, ist nun auch neuer Probenstandort der Lahn Sin(n)fonie.

Im Dachgeschoss studieren Musikerinnen und Musiker des Ausbildungsorchesters und des Hauptorchesters meistens freitagnachmittags und freitagsabends ihre Orchestersätze ein. Diese orientieren sich nicht nur aufgrund des jungen Durchschnittsalters am zeitgemäßen Musikgeschmack der Mitglieder. Auch sein Publikum bringt das Orchester bei unterschiedlichen Konzerten und Auftritten im Jahr mit bliebten Film- und Musicalmelodien sowie swingenden Weisen ins Schwelgen. Trotz der engagierten Nachwuchsarbeit sucht der Verein derzeit vor allem auch erwachsene Verstärkung in seinen Reihen. „Dringend sind wir im Moment auf der Suche nach tiefem Blech“, sagt Siere. Dazu zählen etwa Tuba oder Euphonium.

Wer an einer Mitwirkung im sinfonischen Blasorchester in Nassau interessiert ist oder auch an einer Ausbildung, die Grundkenntnisse voraussetzt, findet nähere Informationen auf der Website www.lahnsinfonie.de

Dr. Josef Peter Mertes vom Stiftungsvorstand der Leifheit-Stiftung überreichte Sonja Siere, der Vorsitzenden des Blasorchesters, den Bewilligungsbescheid für die Finanzspritze in Höhe von 5000 Euro. Foto: Bernd-Christoph Matern

 


Rhein-Lahn-Zeitung, 19. April 2017:

Leifheit-Stiftung stellt sich in Sitzung des Haupt- und Personalausschusses vor

Von unserer Mitarbeiterin Ulrike Bletzer

Nassau. Für Nassau und Umgebung ist sie immens wichtig, doch die meisten Bürger und auch Ratsmitglieder kennen die G. und I. Leifheit-Stiftung lediglich als Größe, die im Hintergrund wirkt. Um einen konkreteren, persönlicheren Zugang zu ermöglichen, lud der Haupt- und Personalausschuss der Stadt vor Kurzem mit dem stellvertretenden Vorsitzenden Josef Peter Mertes und dem Stiftungsbeauftragten Werner Stump zwei führende Vertreter zu seiner Sitzung ein.

Die Leifheit-Stiftung leiste in Nassau bereits jetzt vielfältige finanzielle Unterstützung, stieg Josef Peter Mertes in seine Kurzvorstellung ein: „Das geht teilweise unter, weil es oft kleinere Beträge sind.“ So fördere man beispielsweise den Projekt-Kinderchor tonArt Kids, den Männerchor Nassau und das Netzwerk Sozialkompass.

„Eine zentrale Rolle spielt, neben vielen weiteren Projekten, auch unser Engagement für den Leifheit-Campus, der sich als Privatschule drei Jahre lang aus eigener Kraft entwickeln muss“, ergänzte Mertes. Ein Prozess, bei dem die Leifheit-Stiftung in die Bresche springt. Aber, so der stellvertretende Vorsitzende: „Wir wollen den Leifheit-Campus auch über die erste Zeit hinaus begleiten.“

Welche neuen Vorhaben verfolgt die Stiftung? Für nächstes Jahr habe der Vorstand beschlossen, mit insgesamt 50.000 Euro Bildungsmaßnahmen zu fördern. 15.000 Euro erhält der Ende vergangenen Jahres aus der einstigen Kulturbörse hervorgegangene Verein KulturWerk – er übernimmt als Veranstalter Aufgaben, die zuvor in den Händen der Stadt Nassau lagen. Perspektivisch plane man auch, die Freiherr-vom-Stein-Grundschule und den Erhalt des Nassauer Burggebäudes zu fördern, berichtete Mertes. Und: „Wir hoffen, dass wir bald eine nicht profitorientierte Senioreneinrichtung auf die Beine stellen können.“

Außerdem wichtig zu wissen: Die Stiftung, deren Vorstand sich fünf bis sechs Mal im Jahr trifft, hat eine neue Satzung ausgearbeitet und auch die Förderung im Sport mit aufgenommen. Zudem sucht sie erstmals einen Geschäftsführer, die Ausschreibung befinde sich in der Endphase. „Damit die Antragsteller direkt vor Ort einen Ansprechpartner haben, wird die Geschäftsstelle in Nassau ansässig sein“, erklärte Werner Stump, der ankündigte, sich aus seiner Arbeit als Stiftungsbeauftragter zurückzuziehen: „Nicht zuletzt, weil ich einen Anfahrtsweg von deutlich über 100 Kilimetern habe.“

Voraussetzung für einen Förder-Zuschlag von der G. und I. Leifheit-Stiftung sind die anerkannte Gemeinnützigkeit und die Öffentlichkeitswirksamkeit des betreffenden Projekts – und natürlich, dass es in einem der genannten Bereiche angesiedelt ist. Straßensanierungen fallen damit beispielsweise flach, auch mit dem Städtebau ist es so eine Sache. „Eine Co-Finanzierung wird es nicht geben“, stellte Stump klar. „Aber schließlich gehören zur städtebaulichen Entwicklung auch viele kulturelle Dinge dazu, über die man eventuell einen Anknüpfungspunkt finden kann.“

Kurzum: Es komme darauf an, Anträge geschickt zu stellen und so zu argumentieren, dass es in die Logik der Leifheit-Stiftung passt. Antragsformulare gibt es auf der Internetseite der Stiftung. Auch die Förderrichtlinien kann man dort einsehen. Insgesamt komme durch die Leifheit-Stiftung eine gewaltige Geldsumme nach Nassau, fassten Mertes und Stump zusammen, ohne dabei konkrete Zahlen zu nennen: „Das ist wie ein Schattenhaushalt, der neben dem kommunalen Haushalt steht.“

Wichtig sei bei alledem aber, dass man als Nassauer nicht ausschließlich die Stadt im Blick habe. Oder wie Stump es formulierte: „Es gilt, die Kräfte im Lahntal zu mobilisieren, um gemeinsam neue Ideen zu entwickeln. Man muss an den Raum insgesamt denken – nicht zuletzt auch, um ein Gleichgewicht der Kräfte gegenüber Bad Ems herzustellen.


Rhein-Lahn-Zeitung, 18. April 2017:

Boulebahn auf der Festwiese

Projekt Leifheit-Stiftung unterstützt das Vorhaben

Nassau. Im Ortsteil Bergnassau-Scheuern wird sich in den kommenden Jahren einiges verändern. Die Dorferneuerung steht an, und die Stiftung Scheuern wird sich weiter öffnen. Ein kleines Projekt, das die Richtung erkennen lässt, wird jetzt von der G. und I. Leifheit-Stiftung unterstützt. Auf der Festwiese nahe Grillhütte und Seerosenteich soll eine Boulebahn entstehen, „die den Bewohnern und den Bürgern der Stadt offen steht“, sagt Vorstand Gerd Biesgen. „Das ist ein geeigneter Ort“, findet der Pfarrer, denn auch das stftungseigene Café Orgelpfeife ist nur wenige Schritte entfernt. Die idyllische Ecke im Mühlbachtal bietet zudem einen schönen Blick auf die Stammburg Nassau und bringt alles mit, was für eine gemütliche Boule-Partie notwendig ist. Die G. und I. Leifheit-Stiftung fördert das Vorhaben mit 5000 Euro.

Seit zwei jahren stehen die Stiftung Scheuern und die Leifheit-Stiftung miteinander in Kontakt. „Die Boulebahn kann ein Einstiegsprojekt sein“, sagt Biesgen und deutet damit eine weitere Zusammenarbeit an. In Scheuern will man auf dem Gelände in den kommenden Jahren einiges anpacken. Im Sommer dieses Jahres beginnen Umbau und Sanierung des Alten Hauses. „Wir wollen uns gegenüber dem Ortsteil Scheuern und der Stadt öffnen, damit Inklusion Gestalt annimmt“, sagt Vorstand Biesgen. Dazu werde man sich auch im Rahmen des bevorstehenden Dorferneuerungskonzepts einbringen.

Durch die Dorferneuerung haben Private Chancen auf staatliche Fördermittel für ihre Vorhaben. „Das gilt auch für die Stiftung Scheuern“, sagt Josef Peter Mertes, Vorstandsmitglied der G. und I. Leifheit-Stiftung. Aus anderen Behinderteneinrichtungen im Land wie dem Evangelischen Diakoniewerk Zoar gebe es Beispiele, wie solche ein Wohnprojekt für das Zusammenleben von Menschen mit und ohne Behinderungen in einem Gebäudeensemble entwickeln. In Ludwigshafen etwa wurde ein Wohnangebot für Menschen mit Beeinträchtigungen geschaffen, während zudem Appartements auf dem freien Wohnungsmarkt angeboten werden. Biesgen selbst steht in regem Austausch mit der in Südhessen ansässigen Nieder-Ramstädter Diakonie. „Früher wurden Menschen mit Behinderungen am Rande platziert“, nimmt er auch auf die bauliche Entwicklung der Scheuerner Einrichtung Bezug. „Es ist eine Frage von Generationen, ein anderes Bewusstsein zu entwickeln.“

Mittelfristig sei es denkbar, bei Neubauten oder Sanierungen auf dem Stiftungsgelände auch Wohnraum für jedermann einzuplanen. Mertes, ehemals Leiter einer Förderschule, und Biesgen sind sich einig: „Das alles braucht Zeit, vieles ist schwierig und muss eingeübt werden.“

Carlo Rosenkranz

An dieser Stelle des Geländes in Scheuern mit Blick auf die Nassauer Burg soll eine Boulebahn für jedermann entstehen. Josef Peter Mertes (rechts) und Werner Stump (links) von der G. und I. Leifheit-Stiftung übergeben dem Vorstand der Stiftung Scheuern, Pfarrer Gerd Biesgen, einen Bewilligungsbescheid über eine Förderung in Höhe von 5000 Euro. Foto: Carlo Rosenkranz


Rhein-Lahn-Zeitung, 14. Februar 2017:

Bücherei entwickelt sich zum Treffpunkt

Lesen Einrichtung erhält Ort zum Verweilen – Förderung durch Leifheit-Stiftung

Von unserem Redakteur Carlo Rosenkranz

Nassau. Die Stadtbibliothek entwickelt sich mehr und mehr zu einem Treffpunkt für Menschen aus Nassau und weit darüber hinaus. Das haben Leiterin Martina Bergmann und Stadtbürgermeister Armin Wenzel deutlich gemacht. Anlass war die Übergabe eines Bewilligungsbescheides über 4200 Euro durch Vertreter der G. und I. Leifheit-Stiftung. Das Geld soll unter anderem für die Einrichtung einer Kommunikationsecke genutzt werden, in der sich Besucher wohlfühlen und verweilen können.

„Die Nutzung der Bücherei hat sich gewandelt“, sagten Bergmann und Wenzel im Gespräch mit Stiftungsvorstand Josef Peter Mertes und dem Beauftragten Werner Stump. „Die Besucher bleiben oft länger, als sie eigentlich wollten“, erklärte der Stadtbürgermeister. Man könne in den Räumlichkeiten im Günter-Leifheit-Kulturhaus „entspannt und ohne Verpflichtung“ verweilen. „Etwas, das es im Alltag immer weniger gibt.“ Die zentrale Lage und die Öffnungszeiten würden von den Bürgern geschätzt. „Die Bücherei liegt für viele günstig auf dem Weg in die Stadt. Hier macht man gern mal Station.“

Mit der Kommunikationsecke wolle man nun einen Platz zum Verweilen schaffen. Im Eingangsbereich sollen Garderobe, Sitzmöglichkeiten und eine Kaffeemaschine Platz finden, die man selbst bedienen kann. Im Ansatz gibt es derzeit bereits ein Plätzchen neben der Zeitschriftenauslage, „aber der Rahmen passt noch nicht; es ist alles ein wenig improvisiert“, sagt Leiterin Martina Bergmann. „Wir wollen einen Platz schaffen, wo man sich trifft“, sagt stadtchef Wenzel. „Man muss nicht unbedingt ausleihen, man kann sich auch einfach nur Ideen holen oder ein wenig plaudern.“

Rund 800 Nutzerausweise hat die Nassauer Stadtbücherei ausgestellt. „Tatsächlich haben wir aber viel mehr Nutzer“, sagt Martina Bergmann. Zwar könnten Kinder ab sechs Jahren eigene Ausweise bekommen, den Eltern sei eine Vielzahl von Nutzerkonten in der Familie aber oft zu unübersichtlich. Also werde auf den Nutzerausweis eines Elternteils ausgeliehen. Zwischen 50 und 80 Nutzer täglich kommen laut Bergmann, viele davon aus dem weiteren Umkreis bis zur Loreley. Im vergangenen Jahr habe man an 127 Öffnungstagen etwa 12000 Besucher gezählt – und das sei im Vergleich wegen der vielen Baustellen in Nassau noch wenig gewesen. Den Nutzern stehen mehr als 15000 Medien direkt vor Ort zur Verfügung, darunter 15 abonnierte Zeitschriften. Weitere 4000 Medien stehen digital zum Herunterladen über die Onlineausleihe bereit.

In Zeiten leerer Kassen unterliegen freiwillige Leistungen einer Kommune wie öffentliche Büchereien besonderer Beobachtung. Schließlich sind Personal- und andere Kosten von der Stadt zu tragen. Zuschüsse vom Land gibt es nur bei besonderen Projekten wie der Anschaffung von Konsolenspielen im Jahr 2015. Umso dankbarer ist man für jedwede Unterstützung, wie sie die G. und I. Leifheit-Stiftung leistet. So hat die Stiftung in früheren Jahren bereits zweimal je 5000 Euro für Neuanschaffungen von Medien zur Verfügung gestellt. „Das hat der Bibliothek sehr gut getan“, sagt Martina Bergmann.

Für Stadtchef Wenzel ist die Bücherei unverzichtbar. „Die Einrichtung wird sehr gut angenommen“, sagt er. Man beteilige sich an den Bibliothekstagen, organisiere Lesungen zum Teil in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Buchladen und mache beim Lesesommer mit, der jedes Jahr viele Kinder zur Teilnahme und umfangreichen Ferienlektüre animiere. Die montäglichen Lesenachmittage locken viele Kinder. „Die Leseförderung liegt mir sehr am Herzen“, sagt Bergmann, die gelernte Erzieherin ist. Sie lade Schulen und Kitas aktiv in die Bücherei ein. Eine Kooperation mit dem Leifheit-Campus gebe es ebenso wie Besuche von der Stiftung Scheuern und anderen Institutionen.

Neuerdings hat das Büchereiteam auch die Verantwortung für die Filvorführungen im Kulturkeller übernommen, weil der bisherige Veranstalter, der Verein Gemeinsinn Lahn-Taunus, sich aufgelöst habe. Rund 40 bis 50 Zuschauer zählten mittlerweile zum Publikumsstamm. Die DVDs beschafft die Bücherei ebenso, wie sie die Werbung verantwortet. Nun soll auch ein leistungsstarker Beamer angeschafft und fest im Saal installiert werden, um das Kinoerlebnis zu verbessern. Positiver Nebeneffekt: Der bisher dafür genutzte Beamer kann nun in der Stadtbibliothek vorgehalten werden. „Dann können wir hier auch mal spontan ein Bilderbuchkino anbieten“, freut sich Leiterin Martina Bergmann.

Die Leiterin der Nassauer Stadtbibliothek, Martina Bergmann, führt Josef Peter Mertes (links) und Werner Stump (2. von rechts) von der G. und I. Leifheit-Stiftung sowie Stadtbürgermeister Armin Wenzel durch die Einrichtung im Kulturhaus.
Foto: Carlo Rosenkranz

 

 

 

800 Nutzer
sind bei der Nasauer Stadtbibliothek registriert. Tatsächlich nutzen viel mehr Menschen das Angebot, wie Leiterin Martina Bergmann berichtet.


Rhein-Lahn-Zeitung, 11. Februar 2017:

Zuschuss soll Kulturbetrieb beflügeln

Unterstützung Die G. und I. Leifheit-Stiftung fördert Kinderoper, Lesung, Konzerte und mehr

Nassau. Die Stadt Nassau hat für die Kulturförderung 15000 Euro von der G. und I. Leifheit-Stiftung erhalten. Vorstandsmitglied Josef Peter Mertes und der Stiftungsbeauftragte Werner Stump überbrachten eine entsprechende Bewilligung an Stadtbürgermeister Armin Wenzel. Das Geld kommt Projekten zugute, die der neue Verein KulturWerk für die Stadt durchführt. Konkret kündigte Wenzel Konzerte, eine Kinderoper und Lesungen an.

Für den 1. Mai ist „Voices & Wine“ vorgesehen. Daz wird der Münchener Rock- und Jazzchor „Voices In Time“ erwartet, der zu den europäischen Spitzenchören seines Genres gehört. 2006 gewann der den ersten Preis beim deutschen Chorwettbewerb und erhielt seitdem Einladungen nach Südkorea, Kuba und auf namhafte europäische Festivals. Dazu sollen Weine von der Lahn präsentiert werden. Für den 10. Juni kündigt Wenzel ein Gastspiel der Phoenix Foundation, der Big Band des Landesjugend-Jazzorchesters, an. Das Ensemble, das im Sommer eine Konzertreise nach Südkorea plant, soll gemeinsam mit der heimischen Lahnsin(n)fonie auftreten. „Ich halte viel davon, dass hiesige Orchester mit solch herausragenden Ensembles spielen“, sagt der Stadtbürgermeister. Leiter der Phoenix Foundation ist der Dörscheider Frank Reichert.

Ein Teil des Geldes soll für Lesungen zur Verfügung stehen, damit das Budget der Stadtbibliothek von solchen Veranstaltungen entlastet wird. Im Oktober ist – passend zum 500-jährigen Reformationsjubiläum – ein Vortrag des ehemaligen Vorstehers der Stiftung Diakoniewerk Friedenswarte, Pfarrer Wilhelm Schmidt, vorgesehen. Er referiert laut Wenzel über die Rolle Nassaus in der Reformation. Dazu sei eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv geplant. Gegen Jahresende soll die Kinder-Oper „Arche Noah“ der aus Bad Ems stammenden Autorin und Regisseurin Annegret Ritzel aufgeführt werden. Das Stück, das vor wenigen Tagen in Hamburg Premiere hatte, verbindet die biblische Geschichte mit den bis heute aktuellen Themen Flucht und Vertreibung. Dazu gibt es Musik von Ludwig van Beethoven, wolfgang Amadeus Mozart, Jacques Offenbach und Peter Tschaikowsky.

Werner Stump sagte, die Stiftung unterstütze das kulturelle Leben der Stadt nun im dritten Jahr in Folge mit einem solchen Förderbetrag. Das Geld sei keine Vollförderung, sondern eine Ergänzung zu den von der Stadt selbst eingebrachten Mitteln. Die Unterstützung solle „die Spontanität beflügeln und Flexibilität im Kulturbetrieb“ ermöglichen. Mit der Förderung des Lahnfestivals von Diethelm Gresch und dem Verein KulturWerk wolle man die verfügbaren Kräfte mobilisieren. Stadtchef Armin Wenzel dankte für die Mittel und hält sie im Kulturbereich für gut angelegt. „Wir müssen dafür sorgen, dass auch auf dem Land die Lebensqualität erhalten bleibt.“ Carlo Rosenkranz

Stadtbürgermeister Armin Wenzel (Mitte) nimmt den Bewilligungsbescheid zur Kulturförderung von den Vertretern der G. und I. Leifheit-Stiftung, Josef Peter Mertes (links) und Werner Stump, entgegen. Im Hintergrund ist ein Porträt des Stifters Günter Leifheit zu sehen. Foto: Carlo Rosenkranz

 

 

 


Rhein-Lahn-Zeitung, 7. Februar 2017:

Leifheit-Stiftung unterstützt Gymnasiasten

Bildung Außergewöhnliches Lernen wird gefördert wie auch Öffnung der Schule

Bad Ems. Goethe schrieb einst: „Wenn man ins Wasser kommt, lernt man schwimmen“. In diesem Sinne erweitert das Goethe-Gymnasium Bad Ems nun den Fachunterricht im Rahmen eines schulinternen Konzeptes regelmäßig um außerschulische Lernorte. Dabei vertiefen die Schülerinnen und Schüler behandelte Inhalte durch Erfahrungen und Erkenntnisse, die sie außerhalb der Schule sammeln.

„Außerschulische Lernorte ermöglichen einen direkteren, erlebnisorientierten und häufig auch emotionalen Zugang zu unterrichtlichen Inhalten und bieten so Chancen eines situierten und damit nachhaltigen Lernprozesses“, erläutert Thomas Wittfeld, stellvertretender Schulleiter des Goethe-Gymnasiums, die Zielsetzung des Konzeptes.

In diesem Jahr unterstützt die Leifheit-Stiftung dieses Konzept. Insgesamt drei mehrtägige Fachexkursionen werden durch die Stiftung finanziell gefördert. Bereits stattgefunden hat die Exkursion der Erdkunde Leistungskurse der Jahrgangsstufe 12 unter der Leitung von Melanie Kremer und Janine Wittfeld ins Ruhrgebiet. Darüber hinaus werden im Laufe des Kalenderjahres noch eine Parisexkursion und eine historische Exkursion nach Verdun stattfinden. Weiterhin fördert die Stiftung auch die Öffnung der Schule im Rahmen des philosophischen Essays. Mit insgesamt 5000 Euro hilft dabei die Leifheit-Stiftung bei der Finanzierung der einzelnen Vorhaben.

Dr. Josef Peter Mertes, stellvertretender Vorsitzender der Leifheit-Stiftung, überreichte Ende Januar den Bewilligungsbescheid über die Fördergelder an Schulleiter Joachim Baldus. „Unser Gymnasium versteht sich schon immer als eine offene Schule. Entsprechend organisieren wir einerseits Lernprozesse auch außerhalb des Klassenraumes, andererseits lassen wir auch gerne Impulse von außen in unsere Schule hinein. Dass die Leifheit-Stiftung uns in dieser Grundüberzeugung unterstützt, freut uns sehr“, sagte Baldus dankend an Mertes gewandt.

Dr. Josef Peter Mertes (stellvertretender Vorsitzender der Stiftung) und Schulleiter Joachim Baldus (links). Foto: Goethe-Gymnasium Bad Ems


Rhein-Lahn-Zeitung, 1. Februar 2017:

Geschichte der Burg Nassau soll besser erfahrbar werden:
Büchlein und Ausstellung geplant

Von unserem Redakteur Carlo Rosenkranz

Nassau. Die Stammburg Nassau-Oranien bleibt vielen Besuchern ein Buch mit sieben Siegeln. Kein Schild, kein Führer und kein Faltblatt weist auf die bis heute aktuelle Bedeutung des Adelshauses hin, das dort seit dem 12. Jahrhundert residierte. Das soll sich nun ändern. Das Land als Eigentümer der Burg und die G. und I. Leifheit-Stiftung als Hauptfinanzier geben einen handlichen Burgführer in Auftrag und wollen eine Dauerausstellung im Bergfried einrichten.

Einzigartig in der Region ist die Nassauer Burg, weil dorther mit Adolf von Nassau ein römisch-deutscher König entstammt, der von 1292 bis 1298 die Krone des Reichs trug. Der im Speyerer Dom begrabene Herrscher öffnete seinen Nachkommen sozusagen die Tür zum erlauchten Kreis des europäischen Hochadels. Bis heute, denn im Großherzogtum Luxemburg und im Königreich der Niederlande sind Sprösslinge des Hauses Nassau die gekrönten Häupter. Diese herausragende Bedeutung der Nassauer Burg will die Verwaltung Burgen, Schlösser, Altertümer in der Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE) nun deutlicher herausstellen.

Stadt stellt Vitrinen

Mit insgesamt 30.000 Euro trägt die G. und I. Leifheit-Stiftung in diesem und im kommenden Jahr zur Verwirklichung bei. „Wir können jetzt Dinge angehen, die gedanklich schon seit einigen Jahren vorbereitet sind“, sagt die Direktorin von Burgen, Schlösser, Altertümer Angela Kaiser-Lahme. Ohne den Zuschuss hätte die Umsetzung wohl noch einige Jahre mehr gedauert, denn die GDKE kann pro Haushaltsjahr nur 4000 Euro beisteuern. Die klamme Stadt Nassau leistet ihren Beitrag durch die Bereitstellung von mehreren Vitrinen für die Ausstellung.

Zwei Elemente sollen schon recht bald den Gästen die Burg näher bringen. Im Herbst soll eine etwa 20 Seiten umfassende Publikation erscheinen. Als Autoren wurden Alexander Thon vom Lahnsteiner Altertumsverein und Udo Liessen beauftragt. Beide haben sich in der Burgenforschung bereits einen Namen gemacht. Thon veröffentlichte 2008 den Band „Burgen an der Lahn“, und Liessen war laut Kaiser-Lahme einer der ersten, die seit den 1970er-Jahren die Burgen der Region intensiv erforscht hat. „Dieser Kurzführer soll die Basis sein, um sich auf der Burg zu orientieren“, sagt sie. Ihr Zeitplan sieht vor, dass das Werk Anfang Oktober auf Burg Nassau und somit rechtzeitig zur Frankfurter Buchmesse vorgestellt wird. Somit stünde das Büchlein für die Saison 2018 zur Verfügung. Es soll für 5 Euro erhältlich sein und sowohl auf der Burg als auch unten in der Stadt verkauft werden. „Das ist ein Preis, den jeder gern bereit ist auszugeben“, schildert sie die Erfahrungen mit anderen Publikationen der Burgenverwaltung, die ebenfalls im Verlag Schnell und Steiner erschienen sind. Wie in den bereits bestehenden Bildheften über andere Burgen im Zuständigkeitsbereich der Denkmalverwaltung sollen Abbildungen dominieren. „Die kurzen Texte müssen aber Hand und Fuß haben“, so Kaiser-Lahme.

Ein König als Schwerpunkt

Zweites Element soll eine Ausstellung sein, die im Bergfried eingerichtet werden und im Frühsommer 2018 eröffnet werden soll. Der dafür vorgesehene Raum (nicht das Trauzimmer) soll bereits mit Licht und einem Hängesystem ausgestattet sein. Dort will man die Geschichte des Hauses Nassau-Oranien darstellen. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf König Adolf von Nassau. Außerdem will man auf die Baugeschichte der Burg eingehen, die laut Thons Band „Burgen an der Lahn“ noch „völlig ungenügend“ erforscht ist. So will man den von Merian um 1650 festgehaltenen Zustand nach der letzten großen Ausbauphase vor dem Zerfall dem Zustand zur Zeit Adolfs von Nassau gegenüberstellen. Auf Basis aktueller Vermessungen soll dafür ein Grundriss angefertigt werden, der wiederum Grundlage für ein Modell werden soll. „Damit hätten wir eine Basis für eine gute Vermittlung“, sagt Kaiser-Lahme.

Bis zur Präsentation der Ausstellung ist noch einiges an Forschung zu leisten. Von der Burg existiert laut Kaiser-Lahme bislang nur ein Grundriss, der vor mehr als 100 Jahren eher aus der Hand gezeichnet worden sei. Die Chefin von Burgen, Schlösser, Altertümer schaut zudem bereits weiter in die Zukunft und denkt dabei auch über bauliche Veränderungen nach. So möchte sie langfristig beispielsweise den völlig zugewachsenen Zwinger wieder erlebbar machen. Dazu muss aber erst mal die im vergangenen Jahr begonnene Sanierung der Außenmauern (die RLZ berichtete) abgeschlossen sein, die sich bis 2018 hinziehen wird. Außerdem müsse eine sichere Zuwegung zum Zwinger geschaffen werden. „Und es gibt weitere Ideen“, sagt Kaiser-Lahme.

Da sich die G. und I. Leifheit-Stiftung unter anderem die Förderung der Pflege der deutschen Geschichte zum Ziel gesetzt hat, ist es ihr möglich, das Vorhaben der Burgenverwaltung zu unterstützen. „Das ist auch ein Bildungsprojekt, denn Schüler sollen mit der Geschichte der Burg Nassau vertraut gemacht werden“, fügt Josef Peter Mertes, Vorstandsmitglied der Stiftung, hinzu.

Sie freuen sich auf das Projekt: (von links) Florian Hasenknopf, Armin Kraft, Armin Wenzel, Werner Stump, Angela Kaiser-Lahme, Josef Peter Mertes, Frank Puchtler und Udo Rau. Foto: Carlo Rosenkranz

 

Burg wurde vor 1128 errichtet – Zerfall begann im 17. Jahrhundert

Vor 1128 ließen die Grafen Ruprecht und Arnold von Laurenburg die Burg auf einem etwa 200 Meter hohen Hügel bei Nassau errichten. Spätestens seit 1160 nannten sich die Herrschaften Grafen von Nassau. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts wurden Mauern und Türme ausgebessert. Der Zerfall der Burg begann, als sie im Verlauf des 17. Jahrhunderts aufgegeben wurde. Vor 1860 und danach gab es Sicherungsarbeiten, um 1980 wurden Bergfried und Palas wiederaufgebaut. 2016 begann die Sicherung der Mauer, die bis 2018 fortgesetzt wird.


Rhein-Lahn-Zeitung, 26. Januar 2017:

Unterstützung für Sozialkompass

Engagement Leifheit-Stiftung fördert Büro – Demenzparcours kommt nach Nassau

Nassau. Der Sozialkompass in Nassau will im Mai drei Wochen lang einen Demenzparcours in der Stadt aufbauen. An einem Dutzend Stationen soll man dort erfahren können, wie sich die Beeinträchtigungen einer Demenz in alltäglichen Situationen auswirken. Dieses vom 4. bis 26. Mai geplante Projekt wird aus Anlass des zehnjährigen Bestehens des Demenznetzwerks Bad Ems/Nassau durchgeführt. „Der Parcours ist unser nächstes großes Projekt“, sagt Gottfried Kühnau, Vorsitzender des Vereins Sozialkompass Nassau.

Die Arbeit des Vereins, der ein Beratungszentrum in der Gerhart-Hauptmann-Straße betreibt, wird von der G. und I. Leifheit-Stiftung unterstützt. Deren Vorstandsmitglied Josef Peter Mertes übergab nun die erste Rate für das laufende Jahr in Höhe von 25000 Euro an Kühnau und den Schatzmeister Horst Engel.

Der Sozialkompass bündelt und koordiniert als Leitstelle die Interessen und Aktivitäten der etwa 30 Netzwerkpartner. Kühnau zufolge sind ein Tag der offenen Tür ebenso geplant wie ein Informationstag. Dieser soll entgegen den ersten beiden Ausgaben jedoch im Günter-Leifheit-Kulturhaus und nicht in der Stadthalle über die Bühne gehen. Dort könnten Gespräche und Vorträge in familiärerem Rahmen stattfinden. Eine neue Außendarstellung sei ebenso vorgesehen wie eine Neustrukturierung und -organisation des Beratungsbüros. Da der Netzwerkgründer und ehemalige Vorsitzende Peter Nettesheim sich aus Altersgründen zurückziehen will, muss für seine Nachfolge gesorgt werden. „Vieles ist im Werden, aber es ist noch nichts konkret“, sagt Vorsitzender Kühnau. Carlo Rosenkranz

Josef Peter Mertes (Mitte), Vorstandsmitglied der G. und I. Leifheit-Stiftung, übergibt einen Bewilligungsbescheid über die Summe von 25000 Euro an den Vorsitzenden des Vereins Sozialkompass Nassau, Gottfried Kühnau (rechts). Mit auf dem Foto ist Horst Engel, Schatzmeister des Sozialkompass’.
Foto: Carlo Rosenkranz

 

 

 

Kontakt zum Sozialkompass:
Telefon 02604/9523801


Rhein-Lahn-Zeitung, 18. Januar 2017:

Leifheit-Stiftung steht weiter zum Lahnfestival

Kultur Vorstand sagt Förderung für drei Jahre zu und bewilligt 70.000 Euro für die Saison 2017

Von unserem Redakteur Carlo Rosenkranz

Nassau/Rhein-Lahn. Das Lahnfestival „Gegen den Strom“ hat von seinem wichtigsten Einzelförderer eine Zusage bekommen, dass er die Kulturreihe zwischen Lahnstein und Diez für weitere drei Jahre finanziell unterstützen wird. Konkret für die im Mai beginnende Festivalsaison 2017 überreichte Josef Peter Mertes für die G. und I. Leifheit-Stiftung am Dienstag in Nassau einen Bewilligungsbescheid über 70.000 Euro an den künstlerischen Leiter Diethelm Gresch. Am selben Tag kam per Post auch die Bewilligung des Kultursommers Rheinland-Pfalz für 25.000 Euro, sodass die beiden Hauptsäulen der Finanzierung feststehen.

Mit der Bewilligung zeigt die G. und I. Leifheit-Stiftung, dass man nach der geplatzten Gründung einer gemeinnützigen GmbH als Trägergesellschaft (die RLZ berichtete) zu der Veranstaltungsreihe steht. Bereits seit drei Jahren fördert die Stiftung das Festival. „Man braucht Planungssicherheit, damit man die Künstler binden kann“, begründet Vorstandsmitglied Mertes die Zusage, „Gegen den Strom“ bis mindestens 2019 zu unterstützen. Der ehemalige Landtagsabgeordnete und frühere Präsident der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion lobte das Engagement des künstlerischen Leiters Gresch für die Belebung des Kulturangebots in der Region.

Auch 2017 wird das Festival nun also vom Verein Peregrini, dessen Vorsitzender Gresch ist, getragen. Wann und in welcher Form eine andere Organisationsstruktur etabliert wird, ist derzeit offen. „Ziel ist es, eine Verstetigung zu erreichen“, sagte Mertes. „Es gibt verschiedene Überlegungen, wie man das angeht und umsetzt.“

In seine achte Saison geht das Lahnfestival am 12. Mai mit Terence Mc Nallys „Meisterklasse“, in der die Schauspielerin Andrea Eckert die legendäre Opernsängerin Maria Callas mimt – eine Rolle, mit der sie am Wiener Volkstheater in elf Jahren mehr als 170.000 Zuschauer begeistert hat. In Kooperation mit der Opera Classica soll es zwei bis drei Opernaufführungen geben, wobei Mozarts „Cosi fan tutte“ bereits feststeht. Ein zentrales Element ist die Klavierakademie mit Lev Natochenny und Eugene Choi. Auch der Pianist Igor Lazko wird nun mitwirken.

Die etwa 25 geplanten Veranstaltungen des Festivals bilden ein breites Spektrum ab. Die Kinderoper „Arche Noah“ von Annegret Ritzel gehört ebenso dazu wie die Offenbach-Tage, ein Konzert der Flora Sinfonie, ein Jazzkonzert und der Tanzball im Marmorsaal. Auch die Themen Philosophie und Theologie werden wieder berücksichtigt. So wird Limburgs neuer Bischof Georg Bätzing mit Holger Zaborowski von der Hochschule in Vallendar diskutieren. Der Professor wird zudem über das Verhältnis des deutschen Philosophen Martin Heidegger zum Nationalsozialismus sprechen.

Josef Peter Mertes (Mitte) übergibt im Namen der G. und I. Leifheit-Stiftung den Bewilligungsbescheid über 70.000 Euro für das Lahnfestival „Gegen den Strom“ an den künstlerischen Leiter Diethelm Gresch. Mit dabei ist Festivalassistentin Tatjana Dorsch.


Rhein-Lahn-Zeitung, 15. November 2016:

Sozialkompass präsentiert seine Angebote

Infotag Netzwerkpartner nutzen die Gelegenheit auch zum gegenseitigen Austausch

Von unserer Mitarbeiterin Ulrike Bletzer

Nassau. „Soziale Themen sind eben sperrig“, meinte Vorsitzender Peter Nettesheim unmittelbar vor Veranstaltungsbeginn. Der Grund: Der dritte Infotag des von ihm mit gegründeten Netzwerks Sozialkompass Nassau schien zunächst, zurückhaltend formuliert, nur mäßige Resonanz zu finden. Obwohl 20 Netzwerkpartner mit Infoständen vor Ort waren und das Angebot damit umfangreicher ausfiel als in den beiden Jahren zuvor, blieb man anfangs weitgehend unter sich.

Umso aufbauender, dass das Engagement der Netzwerkpartner in den Grußworten Anerkennung fand. Während Landrat Frank Puchtler die beiden Komponenten des Begriffs „Sozialkompass“ analysierte und sagte: „Es gibt im sozialen Bereich viele Angebote. Aber manchmal kommt man in eine Situation, in der man plötzlich Hilfe braucht, und dann ist es gut zu wissen, an wen man sich wenden kann“, betonte Armin Wenzel. Angesichts des demografischen Wandels würden Netzwerke wie der Sozialkompass, der sich nicht nur, aber vor allem an die ältere Generation richtet, immer wichtiger. Und, so der Stadtbürgermeister weiter: „Ohne die G. und I. Leifheit-Stiftung würde es den Sozialkompass nicht geben, und er hätte sich auch nicht so entwickelt, wie er sich entwickelt hat.“

Infotag Sozialkompass

Zur Erinnerung: Vor rund drei Jahren wurde der Sozialkompass Nassau, ein Zusammenschluss im sozialen Bereich tätiger Institutionen, Organisationen und Einzelpersonen, gegründet, der sich im April 2015 als eigenständiger Verein formierte. In seinem Beratungszentrum, das sich mittlerweile in der Gerhart-Hauptmann-Straße befindet, finanziert die G. und I. Leifheit-Stiftung eine hauptamtliche Vollzeitstelle. Und sie unterstützt, sofern mit ihren Satzungszielen konform, nach Kräften soziale Projekte. Unter welchen Prämissen sie dies tut, erläuterte Werner Stump, Generalsekretär der G. und I. Leifheit-Stiftung, folgendermaßen: „Der Sozialkompass sichtet die Anträge. An seiner Beurteilung orientiert sich der Stiftungsvorstand, ist aber nicht daran gebunden.“ Wichtig sei, dass die Initiativen ihre Projekte untereinander abstimmten, anstatt sich gegenseitig Konkurrenz zu machen. „Wir möchten keine Vereinsmeierei“, so Stump wörtlich, der zudem davon sprach, die Förderung über Nassau hinaus auszuweiten. Welche Zwischenbilanz er nach gut drei Jahren Sozialkompass zieht? „Das muss langsam wachsen“, antwortete er. „Es hat keinen Sinn, etwas hochzupuschen, was hinterher in sich zusammenfällt.“

Doch zurück zum Infotag. Der zehnjährige Philipp Matzat, Schüler des Leifheit-Campus und der Kreismusikschule, brachte einige Klavierstücke zu Gehör, dann konnte man sich ausgiebig über die diversen Angebote informieren. Dass dies anfänglich nur wenige taten, stieß bei vielen auf Unverständnis, schien aber nicht gänzlich zu überrachen. „Alter und Gebrechlichkeit verdrängen die meisten Menschen am liebsten“, sagte zum Beispiel Petra Schäfer-Jahn, Pflegeberaterin der Stiftung Diakoniewerk Friedenswarte. „Wer nicht selbst betroffen ist, glaubt, das sei für ihn noch lange kein Thema. Aber die Pflegebedürftigkeit kommt in den meisten Fällen ganz plötzlich.“

Ihren Zweck erfüllte die Veranstaltung auch ohne massenhaften Zulauf. „Man lernt sich untereinander kennen, vertieft die bereits vorhandenen Kontakte und tauscht sich aus“, erklärte Fritz Stork, Leiter des Orthopädie-Schuhgeschäfts der Stiftung Scheuern. „So habe ich den Überblick, den ich brauche, um Leute, die nach einem bestimmten Hilfsangebot suchen, gegebenenfalls an den passenden Ansprechpartner weiterzuleiten.“

Lohnend war der Infotag noch aus einem anderen Grund: Insgesamt sechs Impulsvorträge hatte Gottfried Kühnau, stellvertretender Vorsitzender des Vereins Sozialkompass Nassau und Moderator des Nachmittags, im Lauf der Zeit anzukündigen. Während Elo Röck Einblick in die wichtige Arbeit des Hospizvereins Rhein-Lahn gab, informierte Stefan Hauser vom Pflegestützpunkt Bad Ems seine Zuhörer über die am 1. Januar 2017 in Kraft tretenden Neuregulungen in der Pflegeversicherung. Karl Hans Born vom Verein der Freunde und Förderer von Bildung und Weiterbildung im Nassauer Land erklärte, unter welchen Voraussetzungen lebenslanges Lernen gelingen kann, und Sozialkompass-Vorsitzender Peter Nettesheim forderte in seinem Vortrag unter anderem, ehrenamtlich im sozialen Bereich tätige Menschen dürften unter keinen Umständen als „billiger“ Ersatz für Fachkräfte ausgenutzt werden. Der Mediziner Dr. Andrew Barnes wiederum stellte die neuropsychologische Therapie, eine Behandlungsmethode bei Hirnverletzungen und -erkrankungen, Wilfried Ilgauds dagegen die Initiative 55 plus-minus mit ihren vielfältigen Angeboten, darunter das Projekt „Leben und Wohnen im Alter“ in Dessighofen, vor.

Viel Input und Stoff zum Nachdenken also. Und nach und nach fanden dann doch noch etliche Besucher den Weg in die Stadthalle. Unter ihnen Karin Garthe, deren Einstellung nicht unbedingt repräsentativ, aber auf jeden Fall nachahmenswert ist. „Ich bin hier, um mich mit Informationen zu versorgen, die es mir ermöglichen, im Alter möglichst lange in meinem gewohnten Umfeld zu bleiben“, sagte sie, die seit noch nicht einmal ganz zwei Monaten in Rente ist. „Auch wenn es emotional belastend ist, möchte ich diese Informationen jetzt schon sammeln, damit ich im Ernstfall sofort darauf zurückgreifen kann.“


Rhein-Lahn-Zeitung, 24. September 2016:

„Nassauer Dialog“ soll Dauerbrenner werden

Nachwuchsförderung Stein-Gesellschaft und Stiftung planen langfristig – Teilnehmer loben Rahmenbedingungen

Von unserem Redakteur Carlo Rosenkranz

Nassau. Veranstalter und Förderer des „Nassauer Dialogs“ wollen die Veranstaltung dauerhaft an der Lahn verankern. Der Vortrag eines prominenten Redners in der Stadthalle zu Beginn ist – neben den seit 2010 in Berlin stattfindenden Hauptstadtgesprächen – die zweite Säule öffentlicher Veranstaltungen der Freiherr-vom-Stein-Gesellschaft. Vizepräsident Hans-Günter Henneke zufolge ist ihm daran gelegen, den „Nassauer Dialog“ langfristig zu etablieren. „Wenn ich mal etwas anfange, halte ich auch durch“, sagte er zum Auftakt der zweiten Auflage. In Berlin habe man mittlerweile 23 der zweimal jährlich stattfindenden Hauptstadtgespräche vorzuweisen.

Stadtbürgermeister Armin Wenzel zeigt sich dankbar, dass das Nachwuchsförderprogramm der Stein-Gesellschaft „im kleinen, aber historisch bedeutsamen“ Nassau seinen Sitz gefunden hat. „Der ‚Nassauer Dialog‘ ist ein Alleinstellungsmerkmal mit bundesweiter Ausstrahlung“, sagte er. Ohne die finanzielle Unterstützung der G. und I. Leifheit-Stiftung sei dies undenkbar. Seinen Beitrag leistet auch der Nachfahre des Freiherrn, Sebastian Graf von Kanitz. „Die Teilnehmer waren im vergangenen Jahr von der Atmosphäre der Räumlichkeiten im Schloss ganz eingenommen, berichtete dieser von der Premiere 2015 und sagte: „Für qualitätsvolle Veranstaltungen öffnen wir gern unsere Räumlichkeiten.“

An dem Lahnstädtchen als Austragungsort zweifelt keiner der Verantwortlichen. „Die Bedingungen hier sind ideal“, sagt Prof. Bernd Walter, geschäftsführendes Präsidialmitglied der Freiherr-vom-Stein-Gesellschaft und Leiter des Instituts für westfälische Regionalgeschichte. Das Schloss, Geburtshaus des Namensgebers der Gesellschaft, gebe dem Nassauer Dialog eine einzigartige Atmosphäre, die es ermögliche, direkt an die Gedanken des Freiherrn anzuknüpfen. Graf von Kanitz sieht durch den Besuch der geladenen Nachwuchskräfte die Geschichte des Hauses belebt und steht hinter dem Konzept des „Nassauer Dialogs“. „Wir können den jungen Teilnehmern hier etwas geben, das ihr Interesse an den Themen von damals und von heute weckt“, sagt er und schlägt den Bogen zum diesjährigen Thema: „Auch Stein hat sich Gedanken über die Pressefreiheit gemacht, weil er ein Verfechter der Freiheit war.“ Diese sei ein großes Gut. Dabei habe sich der Freiherr im fortgeschrittenen Alter durchaus kritisch über Journalisten und die Presse geäußert, die „die öffentliche Meinung verwirren“ könnten.

Die Stein-Gesellschaft wirbt generell für mehr Eigenverantwortung. Schon deshalb scheint Nassau idealer Ort für das Förderprogramm. Schließlich hat der Freiherr 1807 mit seiner Nassauer Denkschrift ein Reformprogramm für den preußischen Staat begründet, „das auf die Verantwortlichkeit und Teilhabe des einzelnen“ setzt, wie die Stein-Gesellschaft formuliert. Der „Nassauer Dialog“ soll neben den geladenen jungen Führungskräften mit einem öffentlichen Vortrag am Freitagabend auch die Bürger ansprechen. Damit will man die Veranstaltung „dauerhaft im Bewusstsein der Einwohner verankern“, wie es in einer Dokumentation der Premiere heißt.

In Nassau fühlen sich die jungen Menschen aus Politik, Verwaltung, Verbänden und Wissenschaft, die das Lahnstädtchen bis auf wenige Ausnahmen zuvor nicht kannten, wohl. „Die Teilnehmer empfinden es als Privileg, dabei sein zu können“, berichtet Prof. Bernd Walter zum Abschluss des zweiten „Nassauer Dialogs“. Sie seien voller Lob für Referenten, Impulsgeber sowie für die Rahmenbedingungen. Schon im vergangenen Jahr lautete das Fazit: „Der exklusive Rahmen hat seine Wirkung nicht verfehlt.“ Dazu wird ausdrücklich das jeweils am Samstagabend platzierte Konzert des Lahnfestivals gezählt, welches das Konzept kulturell abrundet. Auch vom Inhalt des „Nassauer Dialogs“ sind die Teilnehmer offenbar begeistert. „Sie wünschen sich noch mehr Raum für Diskussionen und den gegenseitigen Austausch“, sagt Walter. „Das Gespräch untereinander vor dem Hintergrund der Inputs aus den Referaten ist ihnen sehr wichtig.“

Gute Bedingungen offenbar, um über den Tag hinaus ein Alumni-Netzwerk zu gründen, das seinen Ursprung in dem etwa 48 Stunden währenden Besuch in Nassau hat. Ziel ist es laut Stein-Gesellschaft „einen dauerhaften und nachhaltigen Informations- und Gedankenaustausch„ einzuleiten. Dahinter steht der Wille, den Nassauer Dialog dauerhaft und regelmäßig fortzusetzen. „Die G. und I. Leifheit-Stiftung ist sehr angetan und will eine Kontinuität“, berichtet Bernd Walter. „Für uns ist das eine wichtige Botschaft.“ Der stellvertretende Vorsitzende der Stiftung, Josef Peter Mertes, bestätigt: „Wir gehen davon aus, dass die Freiherr-vom-Stein-Gesellschaft noch viele weitere ‚Nassauer Dialoge‘ mit uns veranstaltet.

 

Nachlass des Freiherrn ist digital frei abrufbar

Der Nachlass des Freiherrn vom Stein auf Schloss Cappenberg ist weitgehend im Internet einzusehen. Er gehört zu den historisch-kulturell wichtigen Schriftnachlässen aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts und befindet sich in Privatbesitz des Grafen von Kanitz. Digitalisiert wurde der gesamte Nachlass, der etwa 47.000 Blatt umfasst. Nun kann online auf die Dokumente unter www.ku-rz.de/nachlass frei zugegriffen werden. Nur noch für Privatkorrespondenzen, Dokumenten zu Privatgeschäften und persönliches Archivgut von Familienangehörigen müssen Benutzeranträge ausgefüllt werden. crz

Rhein-Lahn-Zeitung, 20. September 2016:

Rolle der Medien kritisch betrachtet

Vortrag Beim zweiten Nassauer Dialog spricht Ex-ZDF-Intendant Markus Schächter über die Branche

Von unserem Redakteur Carlo Rosenkranz

Nassau. Rund 140 Gäste sind der Einladung zum öffentlichen Vortrag des zweiten „Nassauer Dialogs“ in die Stadthalle gefolgt. Prof. Markus Schächter, ehemaliger Intendant des ZDF, legte seine drei Thesen zur Frage dar, wohin sich die Medien als sogenannte vierte Gewalt entwickeln. Interessierte Bürger aus Nassau und dem Umland, die knapp 30 geladenen jungen Führungskräfte, Medienschaffende sowie Vertreter der Freiherr-vom-Stein-Gesellschaft (FvSG) und der G. und I. Leifheit-Stiftung tauschten sich im Anschluss durchaus kontrovers noch lange über das Thema im persönlichen Gespräch aus.

Schon die Grußworte stießen direkt zum Thema vor. Die Grenzöffnung für Tausende Asyl suchende fand während der Premiere des Nassauer Dialogs vor einem Jahr statt, erinnerte Prof. Hans-Günter Henneke, Vizepräsident der FvSG. Nun werde offenbar, dass Medien und Politik in einer Vertrauens- und Legitimationskrise steckten. Für den politischen Bereich werde das an den hohen Stimmenanteilen der AfD bei mehreren Landtagswahlen sichtbar. Vielen Menschen sei der Glaube an den eigenen Fortschritt verloren gegangen. Es fehle das Gefühl von Sicherheit, wobei dieses Empfinden völlig losgelöst von der tatsächlichen wirtschaftlichen Lage sei. „Wir stehen gut da“, meinte Henneke. An die Medien stellte er die Frage, ob es richtig gewesen sei, so breit über die Pegida-Demonstrationen im vergangenen Winter zu berichten und jeden Halbsatz aus der bayerischen CSU zu verbreiten. „Personalisieren wir, skandalisieren wir, oder sind wir lösungsorientiert?“, sagte Henneke.

Das von Pegida-Anhängern genutzte Bild des Jornalisten mit langer Pinocchionase führte Markus Schächter, der seit 2012 Honorarprofessor für das Fach Medienethik ist, zum Auftakt seines Vortrags an. Der mittlerweile verbreitet genutzte Begriff „Lügenpresse“ habe seinen Ursprung im Dritten Reich und sei ein „aggressives Synonym für einen eklatanten Vertrauensbruch mit den etablierten Medien“. Die Medien würden verdächtigt, Informationen zu unterschlagen und Teil des Systems zu sein. Diese Ansicht werde auch in weniger radikalen Lagern vertreten. Da das Vertrauen das höchste Gut der Medien sei, gehe es für sie ans Eingemachte.

Dass auf Journalisten geschimpft werde, sei nichts Neues. Das hätten Mainzer Mönche zu Gutenbergs Zeiten ebenso getan wie Helmut Schmidt, Helmut Kohl und Joschka Fischer. Allerdings seien sie nie höher angesehen gewesen, als in den vergangenen 70 Jahren. Das Bundesverfassungsgericht habe ihnen eine Systemrelevanz in der deutschen Demokratie bescheinigt. „Der Begriff der vierten Gewalt ziert uns“, sagte Schächter. Die Medienvielfalt sei Grundlage für einen sinnvollen öffentlichen Diskurs. Obwohl Deutschland das beste Pressesystem der Welt habe, sei es an der Zeit sich selbstkritisch zu hinterfragen. Warum, erläuterte der gebürtige Pfälzer Schächter in seinen drei Thesen.

Das Internet hat Schächter zufolge nicht nur das Geschäftsmodell der „alten“ Medien ausgehöhlt, sondern auch deren Informationsmonopol zerstört. Das neue Medium verband er mit den Begriffen „selbstbewusst, militant, aggressiv“. Das Übermaß an Information verwirre viele Menschen. Zugleich meinten viele aufgrund der im Netz vorhandenen unzähligen, scheinbar objektiven Info-Angebote und Plattformen, sie wüssten es selbst am besten. Die Folge: Sie glauben den klassischen Medien nicht mehr. Das Netz aber sei ein „Spiegelkabinett der Spekulationen und Gerüchte“. Was früher am Stammtisch in kleiner Runde verhallte, finde nun einen unbeschränkten Echoraum.

„Absurder Wahnwitz“

Zugleich fürchte etwa ein Drittel der Bürger, ihr Zuwachs an Wohlstand ende, der Abstieg stehe unmittelbar bevor. „Während sie sich im täglichen Überlebenskampf wähnen, geht es objektiv vielen von ihnen besser als je zuvor“, sagte Schächter. Ihre Sorgen fänden sie weder in den Medien, noch in der Politik beachtet. Die Folgerung: Mainstreamjournalisten machen gemeinsame Sache mit der politischen Klasse. Die Vorstellung, die Kanzlerin telefoniere den Redaktionen jeden Morgen durch, was zu berichten sei, bezeichnete Schächter als „absurden Wahnwitz“. Im Gegenteil: „Es gibt eine unerhört große Meinungsfreiheit der Journalisten in unserem Land.“

Von zentraler Bedeutung ist für den Professor für Medienethik auch der Umgang der Journalisten mit den eigenen Fehlleistungen. Beim Zusammenbruch der US-Bank Leeman Brothers 2008 seien die Medien ihrer Funktion nicht nachgekommen. Im Zusammenhang mit der stark boulevardisierten Berichterstattung über den damaligen Bundespräsidenten Christian Wulff habe die Presse die Ethik des eigenen Standes verletzt. Und das tagelange Schweigen über die Silvesternacht 2015 in Köln sei Futter für Verschwörungstheoretiker gewesen. Zuletzt habe besonders das Flüchtlingsthema an der Glaubwürdigkeit der Medien gekratzt. „Große Teile haben die Willkommenskultur übernommen. Kritische Stimmen waren gleich verdächtig“, sagte Schächter und folgerte für die Branche: „Wir waren zu einseitig.“

Nicht legitimiert

Auch kurzatmige Fehlmeldungen zum Absturz der German-Wings-Maschine in den Alpen und zum Amoklauf in München nannte der Referent als Beispiele, wie Journalisten unter dem – auch durch das Internet verstärkten – Druck, schnellstens Exklusives zu liefern, Fehler machten. „Es gibt in der Branche wenig Bereitschaft, sich zu entschuldigen.“ Als „vierte Gewalt“ sei man in gewisser Weise unbelangbar, weil man nicht über Wahlen legitimiert werden müsse.

Trotz aller aktuellen Probleme sieht Schächter die Zeitungen, Magazine und Sender auf einem guten Weg. „In den Redaktionen beginnt ein substanzielles Nachdenken“, meinte er. Die Debatte um Standards, Ethik und Qualitätsanspruch der Medien komme in Fahrt. Ohne ins Detail zu gehen, forderte er ein Regelwerk, das über die Leitlinien des Pressekodex hinaus geht. Wenn es stimme, dass Journalisten Maßstäbe nicht einhalten, die sie wie selbstverständlich an andere alegten, müsse man daran arbeiten. „Journalisten haben Moral zu haben, aber keine Moral zu verkündigen“, sagte Schächter. „Sie sind keine Prediger.“

Zu Gast in der Stadthalle aus Anlass des Nassauer Dialogs sind (von links): Malte Lehming vom Tagesspiegel, Jörg Denninghoff MdL, Stadtbürgermeister Armin Wenzel, Sebastian Graf von Kanitz, Prof. Hans-Günter Henneke, Journalistin Monika Zimmermann, Referent Prof. Markus Schächter, Ilse Leifheit, Josef Peter Mertes, Werner Stump (alle G. und I. Leifheit-Stiftung), Jasper von Altenbockum und Prof. Bernd Walter. Foto: Carlo Rosenkranz

 

Das ZDF-Orange kommt von den Nassauer Farben

Markus Schächter kam 1981 zum ZDF. Von 2002 bis 2012 war er Intendant. „In meiner Zeit beim ZDF wurde Marketing immer bedeutsamer“, sagte Schächter zu Beginn seines Vortrags in der Nassauer Stadthalle. Um die Jahrtausendwende habe man auf der Suche nach einer neuen Farbe für die Corporate Identity einen Workshop in der Nähe durchgeführt. „Das Orange haben wir aus Nassau“, sagte Schächter nun. Die auffällige Farbe verwandte keiner der Mitbewerber und sie hebt sich bis heute auf Bildern vom Mikrofondschungel heraus. crz


Rhein-Lahn-Zeitung, 15. September 2016:

Mertes: Diese Themen sind für die gesamte Gesellschaft wichtig

Interview Josef Peter Mertes von der G. und I. Leifheit-Stiftung über den Nassauer Dialog

Josef Peter MertesNassau. Der zweite „Nassauer Dialog“ der Freiherr-vom-Stein-Gesellschaft beginnt am Freitag, 16. September, mit einem öffentlichen Vortrag des ehemaligen ZDF-Intendanten Prof. Markus Schächter. Er spricht von 19 Uhr an in der Stadthalle zum Thema „Medienkrise? Wohin geht die ,Vierte Gewalt' in Deutschland?“ Gefördert wird die Veranstaltung durch die G. und I. Leifheit-Stiftung. Der stellvertretende Vorsitzende Josef Peter Mertes spricht im Interview über das Ziel des „Nassauer Dialogs“ und andere Projekte.

Was verspricht sich die Stiftung davon, mit dem „Nassauer Dialog“ junge Nachwuchsführungskräfte für ein Förderprogramm – überspitzt gesagt – in die Provinz zu holen?
Wir wollen junge Wissenschaftler sowie qualifizierte Nachwuchskräfte aus Wirtschaft und Verwaltung zusammenführen, und zwar hier in Nassau, dem Ort, den unsere Stiftung besonders fördern möchte. Aus dieser zunächst für jeden Teilnehmer einmaligen Einladung wollen wir längerfristig ein Alumni-Netzwerk entwickeln. Die intensive Beschäftigung mit aktuellen gesellschaftspolitischen Themen informiert und bildet weiter, fördert aber auch das Zusammenwirken und den Gemeinschaftsgeist der Gruppe.

Zum Nassauer Dialog gehört ein öffentlicher Vortrag mit einem prominenten Referenten. Dabei werden Themen wie die Zukunft des Parteienstaats oder die Medienkrise behandelt, die eher bei Vorträgen in Städten wie Mainz, Köln, Hamburg oder Berlin zu erwarten sind. Welche Zielgruppe sprechen Sie damit an?
Wer sagt denn, dass „Medienkrise“ oder „Bürgernähe“ Themen nur für die Städte und große Zentren sind? Sie sind für die gesamte Gesellschaft in Deutschland und Europa wichtig, und diese – Sie gestatten, dass ich so flapsig formuliere – lebt zum großen Teil im ländlichen Raum.

Sie waren im vergangenen Jahr bei der Premiere in der Stadthalle dabei. Waren Sie mit der Resonanz zufrieden?
Es war die erste Veranstaltung, und ich fand sie gut. Wir hätten uns allerdings schon mehr Resonanz insbesondere der Bürger, aber auch der kommunalen Vertreter gewünscht. Vielleicht war aber auch noch nicht bekannt, dass es eine offene Dialogveranstaltung ist, zu der auch die Öffentlichkeit herzlich eingeladen ist.

In diesem Jahr stehen die Medien im Mittelpunkt der Debatte. Sie haben als Politiker und Chef der ADD in Trier selbst oft mit Journalisten zu tun gehabt. Wie sind Ihre Erfahrungen mit der Presse?
Meine persönlichen Erfahrungen aus immerhin 50 Jahren politischer Arbeit mit und unter kritischer Beobachtung der Presse sind bis auf wenige Ausnahmen ausgesprochen gut. Das kommt aber auch daher, dass ich über viele Jahre zur Presse in Rheinland-Pfalz, aber insbesondere in meiner Heimatregion gute Beziehungen aufbauen und pflegen konnte. Es gibt natürlich auch weniger gute Beispiele für Pressearbeit und aktuelle Probleme, was angesichts der Vielzahl und Differenziertheit der Medien in Deutschland nicht verwundert.

Welche weiteren Projekte der Stiftung kommen Nassau zugute?
Das Alumni-Netzwerk, das wir aufbauen wollen, wird als Veranstaltungsort auch Nassau und die Lahn-Region berücksichtigen. Der „Nassauer Dialog“ ist aber nur eines von vielen Projekten, die wir als Stiftung in Nassau und Umgebung fördern. Kultur- und Bildungsförderung, die Förderung sozialer Aufgaben, der Leifheit-Campus, die Stiftungsprofessur Geriatrie an der Uni-Medizin Mainz, geschichtliche Projekte, die Entwicklung einer Senioreneinrichtung, die Verbesserung der medizinischen Versorgung alter und kranker Menschen und viele weitere Fördermaßnahmen werden Nassau und die Region voranbringen. Es ist sehr gut für diese Region, dass unser Stifter Günter Leifheit Nassau nie aus dem Herzen verloren hat und uns die Stiftungsmittel hinterlassen hat, die Stadt und die Region voranzubringen.

Die Fragen stellte Carlo Rosenkranz


Die „Zauberflöte“ auf der Loreley wurde in erheblichem Maße
von der G. und I. Leifheit Stiftung unterstützt.

Rhein-Lahn-Zeitung, 9. August 2016:


Rhein-Lahn-Zeitung, 3. August 2016:

Verstaubte Schriftstücke bergen Bemerkenswertes

Forschung Die G. und I. Leifheit-Stiftung fördert wissenschaftliche Arbeit über die Verfassungsgeschichte des Herzogtums Nassau

Von unserem Redakteur Carlo Rosenkranz

Nassau/Bielefeld. Für den Laien wirken Thema und Umfang lähmend, der Fachmann dürfte begeistert sein. Und für den Professor ist es nicht weniger als ein Lebenswerk, dem er sich geradezu euphorisch widmet. Zehntausende Buchseiten in zig Bänden sollen in den kommenden Jahren gefüllt werden. Alle drehen sich um das deutsche Verfassungsrecht zwischen 1806 und 1918. Darin werden alle in diesem Zeitraum bestehenden deutschen Einzelstaaten berücksichtigt. Zur Erforschung des Herzogtums Nassau finanziert die in Nassau ansässige G. und I. Leifheit-Stiftung für zwei Jahre eine halbe Stelle am Lehrstuhl des Rechtswissenschaftlers Prof. Dr. Michael Kotulla.

Rund 14 Stunden arbeitet der Jurist, schließlich will der 55-Jährige das Projekt während seiner aktiven Zeit an der Universität zum Abschluss bringen. Das Ergebnis soll nichts weniger sein als etwas nie Dagewesenes. Es ist Grundlagenforschung im Wortsinn, denn Kotulla zufolge ist die Rechtsgeschichte des 19. Jahrhunderts in der Forschung bisher „völlig unterbelichtet“. Das gelte allgemein für diese Zeitperiode. Der Wissenschaftler sagt: „Von Napoleon und Kaiser Wilhelm hat jeder mal in der Schule gehört. Aber der Deutsche Bund taucht kaum auf und ist selbst einigen Professorenkollegen kein Begriff.“ Dabei seien die damaligen Entwicklungen Grundlage dessen, was wir heute sind – trotz der Brüche, die die beiden Weltkriege darstellten.

Die Recherche ist für den Professor Mühsal, Geduldsprobe und Stimulus zugleich. In den einschlägigen Archiven herrsche mitunter ein ganz eigener Rhythmus, der für den wissbegierigen Jäger zeitgenössischer Dokumente eine Herausforderung ist. „Man braucht eine Menge Leidenschaft“ sagt Kotulla, „denn Archivarbeit ist langatmig und braucht Zeit.“ Zugleich preist er die Archivare, die absolute Fachleute ihres Gebiets seien. „Ich lerne viel von ihnen“, sagt er. Die Archivare fördern vieles zutage, was den Bielefelder Lehrstuhlinhaber Entzücken bereitet. Der Grund: „Es ist ein tolles Gefühl, wenn man weiß, dass man unter den Lebenden der Erste ist, der in ein altes Dokument hineinschaut.“ Kotulla schätzt, dass 30 bis 40 Prozent der von ihm aufgestöberten Texte seit 150 Jahren niemand mehr in der Hand hatte. Entsprechend dicke Staubschichten lägen oft über den Bänden. „Ich müsste eigentlich im Blaumann arbeiten“, sagt er.

Seit Juli vergangenen Jahres wird am Band über das Verfassungsrecht des Herzogtums Nassau gearbeitet. Es wird der zehnte oder elfte in der Reihe sein und dürfte um 2018 erscheinen. Nassau gehört zu den kleineren deutschen Staaten des 19. Jahrhunderts und keineswegs zu den bekanntesten. Dabei gibt es durchaus Bedeutendes zu entdecken. „Das Herzogtum gehört zu den zwei oder drei deutschen Staaten, die schon früh eine geschriebene Verfassung hatten“, erläutert Kotulla und verweist auf das Datum 1814. „Das ist für sich schon bemerkenswert.“ Beim Durchforsten der Archive und dem Auswerten der Funde betritt der Professor nach eigener Einschätzung Neuland. „Es ist bislang nicht aufgearbeitet, was das Herzogtum ausmachte und welche Rolle die dynastischen Verflechtungen spielten“, sagt Kotulla. Das soll sich nun ändern, und der Wissenschaftler ist voller Dank für die finanzielle Unterstützung der G. und I. Leifheit-Stiftung. „In unserem Fachbereich ist es nicht ganz so einfach, Sponsoren zu finden“, sagt der Lehrstuhlinhaber.

Schreibfehler inklusive

Rund 430 Texte über Nassau hat der Professor mit seinem Team bereits recherchiert. Die Dokumente, darunter auch handschriftliche, werden fotografiert und originalgetreu abgetippt – Schreibfehler und Umbrüche des Originals inklusive. „Es werden wieder rund 2000 Buchseiten zusammenkommen“, schätzt der Wissenschaftler den Umfang des Nassau-Bandes. Gerade die weniger bekannten Staaten hätten Überraschendes zu bieten. „Für mich war das Herzogtum Nassau nur irgendein Kleinstaat, aber jetzt bin ich fasziniert“, sagt Kotulla. In der Schule lerne man, dass die Paulskirchenverfassung von 1849 die modernste ihrer Zeit gewesen sei. „Doch das ist Blödsinn. Die kleinsten Staaten waren viel weiter.“ In einigen habe bereits der Ausdruck Demokratie Verwendung gefunden, obwohl er damals allgemein ein Schimpfwort gewesen sei.

Auch wenn verstaubte Schriftstücke den Kern seiner Arbeit bilden, findet der Rechtswissenschaftler in seinem Projekt zahlreiche Bezüge in die heutige Zeit. Aus dem von 1815 bis 1866 bestehenden Deutschen Bund könne man beispielsweise viele Erkenntnisse gewinnen, die für das heutige Europa von Interesse seien. „Das erkennt bislang kaum jemand“, sagt Kotulla. Dabei gehe es um die Frage, wie kleine Staaten in einem Bund ein gewisses Gewicht haben könnten, während die Großen eine Führungsrolle übernehmen. „Nicht alles war damals gut, aber man sollte mal hineinschauen und Anleihen machen.“ Spannend findet der Wissenschaftler auch, wie im Herzogtum Nassau bundesrechtliche Vorgaben umgesetzt worden sind. Und selbst das Grundgesetz der Bundesrepublik ist Kotulla zufolge nicht die Krone der Schöpfung. „Keine Frage: Die Festschreibung der Grundrechte ist hervorragend, aber viele Fragen der Organisation des Staats wurden im 19. Jahrhundert besser gelöst.“

Zwei Leidenschaften vereint

Der Bielefelder Professor hofft, dass seine Grundlagenarbeit junge Juristen motiviert, Doktorarbeiten zum Themengebiet zu schreiben. „Juristen gehen nicht gern ins Archiv, aber wir legen die Quellen vor“, sagt er. In seiner Person vereinen sich zwei Leidenschaften, die für das Forschungsprojekt unabdingbar sind. Kotulla ist nicht nur Rechtswissenschaftler, sondern auch Historiker mit Abschluss. „Das ist eine glückliche Mischung“, urteilt er selbst, obwohl er Jura in seiner Karriere den Vorzug über die „brotlose Kunst“ des Historikers gab. Beim Projekt Verfassungsgeschichte, das der Erfüllung eines Lebenstraums gleichkommt, aber erweist sich die Fächerwahl als symbiotisches Ideal. „Der Historiker allein kann bei diesem Thema nichts ausrichten, denn ihm fehlt der richtige Blick; der Jurist aber auch nicht, denn ihm fehlen die geschichtlichen Hintergründe und die Methodik.“ Nicht nur spezialisierte Geisteswissenschaftler will Kotulla mit seinem Projekt ansprechen. „Vieles ist auch für Hobbyforscher interessant“, sagt er und verweist auf die 400 Seiten umfassende Einführung über das 19. Jahrhundert.

Souveränitätserklärung des Herzogtums Nassau

Die Souveränitätserklärung des Herzogtums Nassau aus dem Jahr 1806 gehört zu den zahllosen Dokumenten, die im Rahmen des Forschungsprojektes fotografiert und originalgetreu abgetippt werden. Fotos: Uni Bielefeld

Fachmann für Verfassungsgeschichte der Neuzeit

Michael KotullaProf. Michael Kotulla hat an der Philipps-Universität Marburg Rechtswissenschaft und Geschichte („Magister Artium“) studiert und habilitierte sich im März 1999 am Fachbereich Umweltwissenschaften der Universität Lüneburg für die Fächer Staats- und Verwaltungsrecht sowie Verfassungsgeschichte der Neuzeit. Der Lehrstuhl für Öffentliches Recht, insbesondere Umweltrecht, wurde 1999 an der Universität Bielefeld neu eingerichtet. Die dortige Forschungs- und Lehrtätigkeit erfasst nahezu sämtliche Bereiche des Staats- und Verwaltungsrechts sowie die neuzeitliche Verfassungsgeschcihte. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf dem Umweltrecht. Die verfassungsgeschichtlichen Aktivitäten konzentrieren sich auf die Rechtsquellengrundlagenforschung. Das Hauptaugenmerk in Forschung und Lehre gilt insoweit der Verfassungsgeschichte des 19. Jahrhunderts.


Fördern & Stiften, Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Mai 2016:


Rhein-Lahn-Zeitung, 18. April 2016:

Bildungspakt gibt Geld für Kitas und Schulen

Förderung Stiftung unterstützt Anschaffung von Instrumenten sowie die musikalische Ausbildung – Kapital aus dem Leifheit-Erbe aufgestockt.

VG Nassau. Das Kuratorium der unselbständigen Stiftung „Bildungspakt für Nassau“ stellt den Kindertagesstätten und Grundschulen in der Verbandsgemeinde Nassau in diesem Jahr rund 75000 Euro Fördermittel zur Verfügung. Dies beschlossen die Kuratoriumsmitglieder Helmut Klöckner, Wilhelm Herm, Susanne Heck-Hofmann und Armin Wenzel sowie Bürgermeister Udo Rau als Vertreter des Stiftungsträgers in ihrer jüngsten Kuratoriumssitzung. Mit den bewilligten Mitteln werden Musikinstrumente angeschafft, die musikalische Ausbildung durch die Kreismusikschule und private Anbieter fortgesetzt sowie Workshops und Sonderveranstaltungen bezuschusst.

Kuratoriumsvorsitzender Helmut Klöckner konnte zu Beginn der Sitzung mitteilen, dass die G. und I. Leifheit-Stiftung dem aus dem Erbe von Günter Leifheit gespeisten Stiftungskapital 50000 Euro hinzugefügt hat. Weiterhin berichtete der Vorsitzende von dem außerordentlichen Erfolg des „Frankfurter Kinderliedermacherfestivals“, was Grundschule und Oranienschule Singhofen zusammen mit Unterstützung der Stiftung durchgeführt haben. Klöckner bezeichnete diese Veranstaltung und die vorausgegangenen Workshops mit bundesweit bekannten Kinderliedermachern als ein Leuchtturmprojekt für die Stiftung. Das begeisternde Mitmachen der 140 Kinder sei eine wahre Freude gewesen. Er könne sich vorstellen, dass man eine solche Veranstaltung, wenn dies gewünscht würde, auch für die Kinder der Kindertagesstätten bezuschussen würde.

Weiterhin diskutierte das Kuratorium Möglichkeiten, wie man im Sinne des Stifters Günter Leifheit Kinder und Jugendliche aus der Verbandsgemeinde Nassau bei Schuldefiziten und mangelnden Sprachkenntnissen unterstützen könnte. Die beiden Bürgermeister wollen sondieren, ob man dies mit bestehenden Einrichtungen und Initiativen der Schüler- und Flüchtlingshilfe bewerkstelligen kann. Anregungen und Hinweise nimmt das Kuratorium gern entgegen.

75000
Euro
stellt die unselbständige Stiftung „Bildungspakt für Nassau“ in diesem Jahr den Kindertagesstätten und Grundschulen in der Verbandsgemeinde Naassau für die musikalische Ausbildung des Nachwuchses zur Verfügung.